Grünes Band - Nationales Naturmonument
Einzigartige Naturvielfalt verbindet Grenzlosigkeit!

(…hier, wo die Freiheit nun 30 Jahre lang grenzenlos ist)

Entlang der ehemals innerdeutschen Grenze ist aus dem einstigen  „Todesstreifen“ eine neue Lebensader entstanden. Ein Nationales Naturmonument - auch „Grünes Band“ genannt.


Es handelt sich dabei um das Gebiet entlang des damaligen Grenzkontrollstreifens, an dem sich während der Teilung Deutschlands ein mindestens 500 Meter breiter Schutzstreifen anschloss. Dieser wurde zwangsweise über viele Jahrzehnte streng bewacht und war nur im geringen Maße dem menschlichen Einfluss ausgesetzt.


Durch die jahrzehntelange Abgeschiedenheit konnte sich entlang dieses Grenzstreifens ein monumentales, weltweit einzigartiges, zusammenhängende Band vielfältiger Lebensräume entwickeln, durch die eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt geschaffen wurde, welche anderswo bedroht oder sogar ganz verschwunden ist.


Allein in Thüringen präsentiert sich das Grüne Band auf einer Länge von 763 km als lebendiges Denkmal der Geschichte und historischer Grenzbefestigungsanlagen und hat damit den größten Anteil in Deutschland. Dort, wo noch vor wenigen Jahrzehnten ein unüberwindbarer Grenzzaun den Osten vom Westen Deutschlands trennte, können Besucher nun entlang spektakulärer Wanderwege inmitten artenreicher Natur- schutzgebiete,

-    an historischen Erinnerungsorten und Einrichtungen

-    die einzigartige Naturvielfalt und deren Sehenswürdigkeiten hautnah erleben,

so, wie es zusammen in dieser Verbindung einmalig in Europa ist!


Das Grüne Band wurde daher im November 2018 zum Nationalen Naturmonument erhoben und unter einen besonderen Schutz gestellt.


Im Raum Gräfenthal - inmitten des Thüringer Schiefergebirges - verlaufen nicht nur die Wanderungen entlang des Grünen Bandes, sondern auch die des Schieferpfades  über den Kolonnenweg, dem ehemaligen Patrouillenfahrweg der DDR-Grenztruppe. Somit gehört der Raum Gräfenthal neben dem besonders geschützten Naturmonument auch zu den geologisch interessanten Gebieten.


Vielfältige Biotope, selbst in Miniatur in einzelnen Steinwaben des Plattenweges,  blütenreiche Magerrasen und Zwergstrauchheiden, Feuchtwiesen und Hochstaudenflure sowie kleine Tümpel, Moore und Sümpfe haben sich entlang des Grenzsteifens zu wertvollen Lebens- räumen für teils selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Wie zum Beispiel für den Schwarzstorch, der noch Ende des 19. Jahrhunderts in Thüringen als ausgestorben galt – dessen Bestand im Freistaat mittlerweile aber wieder zu den Spitzenreitern Deutschlands zählt.


Wandern am Grünen Band – Naturvielfalt individuell erleben

Im Bereich des Grünen Bandes können Besucher die Natur und Geschichte am besten auf einer geführten Wanderung erleben! Die hierfür berufenen Naturführer sind nach deutschlandweit einheitlichen Standards ausgebildet. Zusätzlich absolvieren sie eine Weiterbildung zum Grenzgänger.

Ihr Bildungsauftrag ist es Natur- und Umweltschutz zusammen mit historischen Gegebenheiten und Tradition erlebbar zu machen. Dabei führen ihre Touren über teils schmale Höhenpfade, Sumpf- Moorast- und Heidelandschaften, steiniges Gelände, verwachsende alte Wege und Stege sowie Wald- und Bergwiesen mit ihren Kräuter- und Heilpflanzen.

Das Konzept der einzelnen Naturführer ist sehr vielfältig und naturbezogen, daher ist das Angebot breit gestaffelt und bietet für alle Altersgruppen entsprechende Alternativen. Die Routenführung ist meist gegliedert in leichte, mittelschwere und schwere Schwierigkeitsgrade und können je nach Themenbereichen individuell organisiert und abgesprochen werden.

Nähere Informationen erhalten Sie auch unter:
www.thueringen.de/th8/tmuen/naturschutz/gruenesband


Ausflugtipps und Sehenswertes am Grünen Band

Ob bei einer geführten Wanderung oder aber doch auf einer eigener Entdeckungstour:
Im Zusammenhang mit dem Grünen Band sollte auf jeden Fall ein Besuch der Thüringer Warte nicht fehlen! Einem geschichtsträchtigen Aussichtsturm von dem der innerdeutschen Grenzstreifen noch heute gut erkennbar ist.
Um ihn zu erreichen empfiehlt es sich den ausgeschilderten Schieferpfad zu folgen, welchen man in Gräfenthal am besten am Marktplatz als Rundwanderweg beginnt. Etwa 300 Höhenmeter gilt es zu bewältigen bis - ganz plötzlich - nach ca. 2,5 Stunden - der 26,5 Meter hohe Turm über den Baumwipfeln des 678 Meter hohen Ratzenberges hervorragt. Die 360 Grad Aussicht von der Turmspitze bietet einen fantastischen Blick über den Thüringer Wald sowie den Frankenwald, welcher schon weit über eine Millionen Besucher ins Staunen versetzte. Im Innern beherbergt der Turm eine Ausstellung über seine Entstehungs- sowie zur Grenz- geschichte.

Eine weitere Ausstellung zum Grünen Band wurde anlässlich des 30 jährigen Bestehens am 23. Februar diesen Jahres im Grenzbahnhofmuseum Probstzella eröffnet. Die von Bettina Thieme initiierte kreative Sonderausstellung „Grünes Band – Lebenslinie“ geht bis Ende des Jahres und soll auf die Region aufmerksam machen, insbesondere auf die Zukunft des Nationalen Naturmonuments (NNW)

Auch im Rathaus der Stadt Gräfenhal findet während der regulären Öffnungszeiten unter gleicher Regie und Thema während des Jubiläumsjahres eine Ausstellung statt. Zu sehen sind ebenso Gemälde, Fotos und Objekte von Künstlern aus der Region, welche mit Ausschnitten aus Natur und Leben die Zukunft des Grünen Bandes präsentieren.
Beide Ausstellungen lassen sich durch die zentrale Lage und Verbindung gut mit einer geführten oder eigenständig geplanten Wanderung besuchen.

Denn genau das symbolisiert das Grüne Band: die Verbundenheit des einstig geteilten Deutschlands vor allem durch die Natur, für welche die Grenze nie eine wirkliche Barriere war… - als Mahnmal und Nationales Naturmonument!

Kontakte und Öffnungszeiten
Grenzbahnhofmuseum
Probstzella:

Mi, Sa und So von 13.00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet
(sowie ab einer Gruppe von 5 Personen nach Vereinbarung unter Tel. 036735/4610 bzw. 036735/70381) oder E-Mail: info@vg-schiefergebirge.de

Rathaus Stadt Gräfenthal
(Ausstellung)

Grenz- & Heimatmuseum
"Georgstift"

Vom 28.04. - 25.10.2019 täglich geöffnet von 14.00 - 16.00 Uhr!
Tel. 036703/81579 bzw. Handy 0173/3203277 oder museumgeorgstift@gmx.de

Thüringer Warte
In den Sommermonaten täglich von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet
Tel. 09263/974541 oder per E-Mail: info@rennsteigregion-im-frankenwald.de

Empfohlene Wanderrouten

Hier einige empfohlene Wanderrouten mit ihren Highlights:

  • entlang des Grünen Bandes (ehem. Patrouillenweg / Kolonnenweg)
  • mit möglichen Abstecher Wetzsteinbrüche,
    mit Aussichtsturm Thüringer Warte,
    mit Besuch Ausstellung Grünes Band – Lebenslinie / Grenz- und Heimatmuseum,
    mit Einkehrmöglichkeit in der Schlossgaststätte Schloss Wespenstein

Weitere Informationen und Routenbeschreibungen finden Sie hier:

Wanderführer

Folgende Natur- und Landschaftsführer aus unserer Region begleiten und informieren Sie gern:

  • Naturführerin / Porzellanmalerin / Grafikerin Bettina Thieme aus Gräfenthal
    Tel.: 036703/70499 oder 0172/6338025 oder
    thieme-design@t-online.de
    für das Themengebiet Grünes Band - gern auch kombiniert mit einer Kräuterwanderung

  • Naturführerin Kerstin Pape aus Gräfenthal
    Wanderung am Grünen Band  unter dem Motto
    „Grenzen erweitern den Horizont“ und "Grenzgeschichten"
    Tel.036703/70732 oder detlefpape@t-online.de

  • Naturführer Konrad Dorst aus Lauscha/Thür.
    "Legenden und Mythen um den Rennsteig aus einer längst vergangenen Zeit"
    Tel. 036702/21331 oder 0171/8019223 oder 
    dorstolymp63@yahoo.de